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Schleiz / Thüringen. Der 6. Lauf des Suzuki Bridgestone GSX-R Cups fand nach einigen Jahren Pause wieder an der neu gestalteten, ältesten Naturrennstrecke Deutschlands - dem Schleizer Dreieck - statt. Eine eingebaute Querspange verkürzt nun den traditionsreichen Rennkurs, der einst mitten durch die Kleinstadt führte, um die Hälfte auf 3,8 km. Rund 25.000 Zuschauer verfolgten trotz schlechten Wetters mit Spannung das Rennen. Die Bedingungen des Wochenendes waren auf Grund regennasser Fahrbahn eine echte Herausforderung – für den Einen oder Anderen wurden sie leider auch zum Verhängnis.
 Foto: Roland Hasenmüller
Durch den Regen am Freitag und Samstag, hatte der Teileverkauf alle Hände voll zu tun. Ein guter Abnehmer für Ersatzteile wurde Bernd Kircher vom Team Speer-Racing. Kaum waren alle Spuren seines Sturzes vom Lausitzring beseitigt, stürzte er bereits am Freitag erneut. Um ihn mit Ersatzteilen versorgen zu können, wurde für ihn eigens das Referenzmotorrad des Cups zerlegt. So konnte er die Chance wahren, sich im zweiten Zeittraining am Samstag für das Rennen zu qualifizieren.
Am Samstag im ersten Zeittraining stürzten Thomas Eisele und Klaus Kaltenbacher. Beide blieben bis auf ein paar blaue Flecke unverletzt. Bei ihren Motorrädern sah dies allerdings ganz anders aus, Thomas Eisele und seine Mechaniker schafften es nach einiger Zeit sein Motorrad wieder in Schuss zu bringen, bei Klaus Kaltenbacher war die Dimension des Unfalls viel verheerender. Man musste kein Fachmann sein um sofort sagen zu können, dass es sich um einen Totalschaden handelt. Nicht nur, dass von der Verkleidung nicht mehr allzu viel übrig war, die Gabel war verbogen, die vordere Felge war komplett zerstört und zu allem Überfluss war auch noch der Rahmen gebrochen. Den Tränen nahe musste „Kalti“ eingestehen, dass die Saison für ihn nun aus finanziellen Gründen beendet sei. Schnell fanden sich sehr viele Leute vor dem Zelt des gestürzten ein, sodass er einfach eine Spendenkasse mit der Aufschrift „für gestürzte Fahrer“ aufstellte. Als Bert Poensgen von dem Unglück und der Anteilnahme der Fans erfuhr, wies er Thomas Hannecke, Jürgen Ochsendorf und Ralf Hilsenbeck an, auch etwas in den Spendentopf zu geben; Nämlich einen Rahmen und eine Felge. Die Österreicher konnten diese großzügige Geste kaum fassen und waren total überwältigt. Sie versprachen sogleich in zwei Wochen beim Rennen in Oschersleben wieder mit an den Start zu gehen.
Der Höhepunkt des Samstags war wohl die nachträgliche Siegerehrung des Rennens vom Lausitzring, moderiert vom Streckensprecher Bernd Fulk, die im Rahmenprogramm der Bikerparty stattfand, die von Suzuki International Europe organisiert wurde.
Die Hoffnung am Sonntag eine abgetrocknete Strecke vorzufinden, hatten die Fahrer eigentlich schon längst aufgegeben, umso größer war die Freude als sich pünktlich zu Rennbeginn die Sonne zeigte. Der Großteil der Fahrer hatte sich trotz der Entscheidung der Rennleitung, das Rennen als Wet-Race zu starten, für Trockenreifen entschieden, was sich auch im Rennverlauf als richtig erwies. Bis auf Paul Drescher vom Team Biker Boyz Racing, der bereits in der Einführungsrunde gestürzt war, konnten alle 36 Fahrer ihren Platz in der Startaufstellung einnehmen.
Den Start konnte Frank Heidger für sich entscheiden, dicht gefolgt von Eric Willemssen, Steve Mizera und Peter Kraft. Die Überraschung war perfekt, als Eric Willemssen nach den ersten 3,8 km mit einem ernormen Abstand zu seinen Verfolgern Mizera und Kraft an der staunenden Menge an der Boxenmauer vorbeifuhr. Der Finne Juha Taina, der sich schon seit Beginn des Cups auf das Rennen in Schleiz gefreut hatte, beendete die erste Runde mit der Fahrt in die Box. Bei einem Sturz war sein Kühler leck geschlagen. Er lehnte sein Motorrad einfach an und verfolgte das Rennen von der Boxengasse aus weiter. In Runde 2 war der Abstand zwischen Willemssen und seinen beiden Verfolgern Mizera und Kraft bereits auf 7,5 sec herangewachsen. Wie auf Schienen legte er eine schnellere Runde nach der anderen hin. Bernd Kircher setzte seine Sturzserie in Runde 3 fort und konnte danach nicht mehr weiterfahren. Dieter Abel aus dem A-Team reihte sich in Runde 4 ebenfalls in die Liste der Gestürzten ein.
Eric Willemssen war derart schnell, dass er anfangen musste ab Runde 10 die ersten Fahrer zu überrunden. Sein Vorsprung auf das Verfolgerfeld war inzwischen auf 14,8 sec gewachsen. Holger Steuer, der sich von seinem Sturz am Lausitzring immer noch nicht ganz erholt hatte, brach das Rennen mit schmerzverzerrtem Gesicht nach 10 Runden ab, er hatte sich wohl doch schon zu viel zugemutet.
Nach 14 Runden gewann Eric Willemssen vom Team Schäfer Motorsport souverän mit einem Vorsprung von 14,607 sec vor Rico Löwe vom Team Racepool Dresden. Dieser hatte sich vom 7. Startplatz immer weiter nach vorne gearbeitet und sich somit nicht nur die schnellste Rundenzeit mit 1:36:614, sondern auch den zweiten Platz gesichert. Udo Reichmann konnte sich um Haaresbreite gegen Peter Kraft durchsetzen und komplettierte somit das Siegertreppchen. Steve Mizera fuhr auf 5, Klaus Schulz auf 6, Stephan Steinebach auf 7, Björn Schmökel auf 8, Marco Apel auf 9 und Dominic Lammert auf den10. Platz, um die Top Ten komplett zu nennen.
Andreas Bildl, der bei diesem Rennen für die Zeitschrift PS als Pressefahrer unterwegs war, genoss seinen Ausflug in den Suzuki Bridgestone GSX-R Cup und war angetan von dem fahrerischen Können der Cup Teilnehmer und der Betreuung durch das Organisationsteam um Jürgen Ochsendorf und Ralf Hilsenbeck. Er beendete das Rennen mit dem 19. Platz.
Der Sieg von Eric Willemssen kam für viele wohl sehr überraschend. Dies scheint auch der Grund dafür zu sein, dass niemand daran gedacht hatte, die Nationalhymne von Luxemburg zum Rennen mitzubringen. So wurde dieser Sieg einfach durch ein stilles Gedenken geehrt. Ab sofort wird diese Hymne wohl immer in greifbarer Nähe der Verantwortlichen der IDM liegen.
Nun sind alle Blicke auf das nächste Rennen, das bereits in 2 Wochen in Oschersleben ausgetragen wird, gerichtet. Von allen Fahrern, die am 24-Stundenrennen während der 7. German Speedweek in Oschersleben teilgenommen haben, wird man bei diesem Event sicherlich einiges zu sehen bekommen. Besonders hervorheben muss man in diesem Zusammenhang vor allem die Leistung des Teams von Marco Apel und Jochen Möckl, die dort nach 24 Stunden auf einer Cup-Maschine auf dem hervorragenden 8. Platz über die Ziellinie fahren konnten. Das Team von Stephan Steinebach und Peter Kraft, belegten mit einer GSX-R 1000 den 7.Platz, während das Team von Marco Marceletti und Ralf Walter - ebenso wie ihre Kollegen mit einer 1000er aus dem Hause Suzuki unterwegs - 16. wurde.
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