|
|
|
Am 2. August 1986 wurde ich in Kassel geboren. Mein Papa arbeitete damals schon als Zweiradmechaniker - Meister bei einem großen Suzuki - Händler. Im Alter von 2 Jahren bekam ich mein erstes Motorrad, ein 6 PS starkes Pocketbike. Ab dieser Zeit drehte sich alles bei mir um Motorräder und Rennen. Meine Eltern haben mich immer auf die Rennen mitgenommen als mein Papa als Mechaniker in der Suberbike DM gearbeitet hat. Die nächsten 6 Jahre habe ich auf dem Pocketbike und einer Malaguti Moto - Cross Maschine geübt.
|
|
|
Doch bis zu meinem ersten Rennen vergingen noch einige Jahre. Erst 1994 nahm ich an einem Moto - Cross - Rennen teil, das ich auch gewinnen konnte. Auch in den folgenden Jahren bin ich nur bei wenigen Rennen an den Start gegangen. In erster Linie bin ich zum Spaß gefahren und habe mit meinem Bruder trainiert.
|

|
|
Im Sommer 1997 hatte ich dann die Chance für Suzuki Deutschland ein Rennen zur Deutschen - Scooter - Meisterschaft zu bestreiten. Mit Platz 5 feierte ich meinen Einstand. Für die kommende Saison war ich dann als fester Fahrer vorgesehen und fuhr meine erste komplette Serie. Am Ende des Jahres war ich 5. der Deutschen - Meisterschaft. Auch 1999 und 2000 fuhr ich für Suzuki die gesamte Serie und konnte am Ende Deutscher Vizemeister werden. Außerdem habe ich für Malossi Deutschland einige Rennen in der hart umkämpften Gilera Tropheo bestritten und einige Podestplätze gefeiert.
|

|
|
Während des Winters 2000/2001 waren wir ratlos. Niemand wusste wie es weiter gehen sollte, noch ein Jahr in der Scooter DM schien nicht sinnvoll zu sein. Der Einstieg in den Junior Cup oder die 125 ccm DM wäre zu teuer gewesen und außerdem wollten wir weiterhin mit Suzuki zusammen arbeiten. Suzuki hatte damals einen Markenpokal veranstaltet, den SV 650 Cup. An Ostern durfte ich dann die SV testen, alle waren gespannt ob ich den Umstieg von einem 10 PS Scooter auf ein 80 PS starkes Rennmotorrad schaffen würde. Nachdem mir der Deutsche - Supersport - Meister Herbert Kaufmann die Grundregeln erklärt hatte ging es los. Am Ende des Tests fand ein Rennen statt, das ich als 12. beendete. Als jüngster Teilnehmer, ich war 14 Jahre alt, durfte ich mit Ausnahmegenehmigung an dem Pokal teilnehmen. In der Saison habe ich viel gelernt und eine Basis für die kommenden Jahre geschaffen. Obwohl ich keine Strecke kannte, keine Erfahrung mit 4 - Taktern und kein großes Team hinter mir hatte, beendete ich das Jahr als 17. der Gesamtwertung. Bestes Ergebnis war Platz 5 in Hockenheim.
|

|
|
Schon im Herbst 2001 wurde bekannt, dass Suzuki den Markenpokal im nächsten Jahr mit dem brandneuem Übermotorrad, der 164 PS starken GSX - R 1000 weiterführt. Da waren wir wieder in der selben Situation wie 12 Monate zuvor. Es schien verrückt zu sein mich, einen 15 - jährigen Jungen, auf eine über 300 km/h schnelle Rennmaschine zu setzen. Wieder in Barcelona und an Ostern konnte ich die GSX-R testen. Erstaunlich gut bin ich mit dem Gerät zurecht gekommen. Beim Rennen am Ende des Tests wurde ich sogar 8. Das Fahrerfeld war mit über 40 Piloten stark besetzt. Außer einigen harmlosen Ausrutschern, blieben die von Kritikern vorhergesehenen schweren Stürze aus. Das Jahr sollte ein Lehrjahr sein und ich wurde Gesamt 12.
|

|
|
Die Saison 2003 sollte die schlimmste meiner Laufbahn werden. Ich hatte mich im Winter bestens Vorbereitet und wollte unbedingt den Anschluss an die Spitze schaffen. Mit Schäfer - Motorsport hatten wir auch ein hervorragendes Team. Alles lief bestens und die Tests im Winter verliefen auch vielversprechend. Doch schon beim ersten Rennen auf dem Sachsenring stürzte ich und verletzte mich am Knie. Beim zweiten Rennen in Hockenheim war ich zwar noch angeschlagen, konnte aber unter die ersten 10 fahren. Dann kam der Lauf im tschechischen Most. Als ich im Rennen auf Platz 7 lag, machte ich einen Fehler in einer 220 km/h schnellen Kurve. Dabei brach ich mir das Schlüsselbein an 2 Stellen, die Mittelhand, den Daumen und das Kahnbein. Nachdem ich 3 Läufe auslassen musste wollte ich am Nürburgring mein Comeback feiern. Die Schmerzen waren jedoch zu groß und ich konnte das Rennen nicht beenden. In den letzten beiden Läufen fuhr ich auch unter Schmerzen, konnte aber punkten und meine Formkurve zeigte nach oben. In Hockenheim bekam ich sogar die Chance einen Lauf zur Deutschen Meisterschaft zu fahren. Die Trainings verliefen planmäßig, doch im Rennen musste ich wieder zu Boden und hatte am ganzen Körper Prellungen. Damit war die Saison 2003 zu Ende und von meinem Ziel um Podiumsplätze zu fahren war ich weit entfernt.
|

|
|
Eigentlich wollte ich 2004 schon in der Deutschen Meisterschaft fahren, aber durch das schlechte Jahr 2003 entschieden wir uns für ein weiteres Jahr im Suzuki Cup. Mit der Saison kann ich insgesamt zufrieden sein. Endlich habe ich es geschafft vorne mit zu fahren. Mehrmals unter die ersten fünf gefahren, so hatte ich mir das vorgestellt. Außerdem haben wir mit dem Team von Weltmeister Rolf Steinhausen Kontakt bekommen. In der Endabrechnungen wurde ich 12. Perfekt war dieses Jahr auch nicht, aber zufriedenstellend auf jeden Fall.
|

|
|
Vor 10 Jahren bin ich mein erstes Rennen gefahren. 2005 fahre ich meine 7. volle Saison. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich über die gesamte Zeit begleitet und mir beigestanden haben. Auch bei allen Sponsoren, die den Rennsport ermöglichen und mich unterstützt haben.
|

|
|
Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich kann die Saison 2005 mit Abstand betrachten. Das Jahr war sehr anstrengend und mein Terminplan sehr voll. 14 Rennen und 8 Tests habe ich letztes Jahr absolviert. Mehr als die Hälfte aller Wochenenden im Jahr war ich in Sachen Motorradrennen unterwegs.
Die vor der Saison gesetzten Ziele habe ich nur teilweise erreicht. In der IDM habe ich festgestellt, dass ein großer Teamname alleine nichts bringt, wenn das Team zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und nicht für den Fahrer arbeitet. Trotz einer Abmachung, die ursprünglich eine Zusammenarbeit über 2 Jahre vorsah, habe ich mich mit Steinhausen Racing geeinigt den Vertrag aufzulösen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich kein konkurrenzfähiges Motorrad hatte und gegen Saisonende mit zunehmenden technischen Problemen zu kämpfen hatte, muss ich wohl mit dem 15. Gesamtrang zufrieden sein. Zumindest habe ich es geschafft einmal unter die ersten 10 zu fahren. Auch die Trainings im Regen hervorragend, so hatte ich zum Beispiel in Hockenheim die 2. Schnellste Runde gedreht.
Im Suzuki European Cup lief es leider erst gegen Ende so wie ich es mir vorgestellt hatte. Platz 6 am Lausitzring und Platz 7 in Magny-Cours waren sehr befriedigend. Bei den ersten 3 Rennen lief es prinzipiell auch nicht schlecht, nur hatte ich zu oft zu schwache nerven und stürzte häufig. Im Allgemeinen war der Suzuki Cup doch ein tolles Erlebnis und hätte ich vor der Saison gewusst, wie sich die Dinge in der IDM entwickeln würden, hätte ich mich zu 100% auf den Cup konzentriert.
|
|
|
|